Baustelle Tag 14: Kamin und Antenne

Seit Beginn des Aushubs wurde jetzt genau 14 Tage an unserer Baustelle gearbeitet. Das Haus steht, der Innenausbau schreitet voran – vor allem die drei Elektriker von Weiss hatten heute, am ersten Arbeitstag nach der Osterpause,  alle Hände voll zu tun. Neben der Gebäudeverkabelung haben sie heute die Leitungen für unsere Wärmepumpe gezogen – zu unserem Erstaunen mit Erdkabeln.  Der Meister vor Ort sagte sie hätten entdeckt, dass im Leerrohr, das von unserem Technikraum zum Fundament der Wärmepumpe verläuft, Wasser steht. Irgendwie muss es durch einen undichten Deckel auf einer der beiden Seiten dort hineingelangt sein – um auf Nummer Sicher zu gehen  haben sich die Elektriker deshalb für die wasserdichte Erdkabelvariante entschieden.  Mit ihm haben wir dann auch die Positionen für die Lampenanschlüsse in Wohnzimmer, Essecke und Küche festgelegt. Was als kurzer Abstecher in der Mittagspause gedacht war, dauerte über 30 Minuten. Wir waren uns „so in etwa“ über die Lampen einig, aber unserem Elektriker war das noch präzise genug. Gemeinsam mit ihm und einem Meterstab haben wir die Positionen auf den Zentimeter genau festgelegt. Jetzt weiß ich auch, warum er seit vergangenem Mittwoch immer wieder betonte, wir sollten uns darüber Gedanken machen. Jetzt wissen wir alle ganz genau, wo welche Lampe hinkommt.

Am Nachmittag brachten die Elektriker auch noch unsere Satellitenschüssel auf dem Dach an und zogen die Photovoltaik-Leerrohre bis nach oben:

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Außerdem bekam die Antenne auf dem Dach noch eine dicke Erdung.

Die Zimmerleute hatten ebenfalls ein straffes Programm. Sie haben den Außenkamin montiert,

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und rund ums Dach eine Holzverkleidung angebracht, sie wird später allerdings noch unter Blechen verschwinden.

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Zur Nachbarhaus-Anbauseite wurden Brandschutzplatten als Dachverkleidung montiert. Sie sind nicht ganz so schön anzusehen wie die Holzbauteile – erfüllen aber ihren Zweck und verschwinden später ohnehin zwischen den beiden Häusern. Nur wann, ist die Frage.

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Innen gingen die Ausbauarbeiten ebenfalls weiter: Die Räume werden nacheinander mit Rigips-Platten verkleidet. Unterm Dach ist die Dampfbremse jetzt luftdicht verschlossen.

Nach unserem Richtfest hatte die Bemerkung eines Bekannten an für Irritationen gesorgt: „Warum sind im Bad eigentlich keine grünen Rigips-Platten?“ Das einen Tag vor den Osterfeiertagen.

Ich hatte also ein sehr langes Wochenende Zeit, mir darüber Gedanken zu machen, in Bau-Foren zu lesen, und auf anderen Bau-Blogs nachzuschauen.

In den Weiten des Internets setzen sich unzählige Bauherren und Heimwerker mit dem Thema auseinander, ob man für Feuchträume imprägnierte Trockenbauplatten nehmen MUSS oder nehmen SOLLTE.

Die Antwort ist wie so häufig ein klares „Ja, aber…“ Die grün gefärbten Gipsplatten, egal von Welchem Hersteller werden speziell imprägniert, damit sie Feuchtigkeit langsamer aufnehmen als nicht behandelte – wasserfest sind sie trotzdem nicht. In sogenannten Spritzwasserbereichen rund um Wanne und Dusche muss so oder so zusätzlich abgedichtet werden.

Außerdem scheiden sich die (Fach-)Geister daran, was eigentlich ein Feuchtraum ist. Der Wikipedia-Eintrag dazu zeigt, wie schwammig die Definition ist:

„Ein Feuchtraum ist ein Begriff aus dem Bauwesen, der jedoch normativ nicht erfasst ist. In den unterschiedlichen Gewerken im Hochbau gibt es unterschiedliche Definitionen eines Feuchtraumes. Beispiele unterschiedlicher Definitionen:

  • Raum, in dem langfristig beziehungsweise permanent eine Dauerluftfeuchtigkeit oberhalb 70 % herrscht.
  • Raum, in dem anfallende Luftfeuchtigkeit nicht durch eine freie Lüftung (zum Beispiel geöffnetes Fenster) abgeführt werden kann.
  • Raum, in dem eine erhöhte Luftfeuchtigkeit nicht nur periodisch auftritt.
  • Raum, in dem nutzungsbedingt mit einer dauerhaft erhöhten Luftfeuchtigkeit zu rechnen ist.“

(zum ganzen Eintrag geht’s hier…)

Keine dieser Definitionen trifft auf unser Bad zu.

Langer Rede kurzer Sinn: heute Morgen habe ich mit unserem Bauleiter telefoniert und ihn gefragt.  Er sagte mir, dass die Platten, die Fertighaus-Weiss verbaut, schon ab Werk alle imprägniert seien, außerdem werde im Bad noch flächig eine Abdichtung aufgebracht, zumindest in den Bereichen, die mit Wasser in Berührung kommen. Wie es langfristig mit Feuchtigkeitseinwirkung, beispielsweise  an der Decke ist,  konnte er allerdings nicht beantworten. Aber bei ausreichender Lüftung sei dies kein Problem.

Wir waren heute bei unseren Nachbarn zum Richtfest eingeladen. Sie haben ebenfalls ein Fertighaus gebaut – allerdings mit einer anderen Firma. Bei der Hausbesichtigung ist mir etwas aufgefallen: Auch hier wurden keine grünen Gipsplatten verbaut. Vielleicht haben die Fertighausfirmen wirklich spezielle Gipsplatten-Chargen. Ich werde das mal recherchieren.